30.03.04 08:47 Age: 13 yrs

Protoplast - drei neue Produkte

Category: press monitoring

By: Karin Ego-Gaal

«Portal Kunstgeschichte» (www.portalkunstgeschichte.de), 30.3.2004

Ausstellung bis zum 18.04.2004

„Protoplast“ ist keine Kunstausstellung. Die Köpfe des Kunstunternehmens Protoplast AG „Aktionsgesellschaft“, wollen mit dem Begriff „Kunst“ nicht assoziiert werden, da er zu abgedroschen sei und viele sowieso nichts mehr damit anfangen könnten. Tatsache ist, dass es sich bei der Ausstellung „Protoplast –Drei neue Produkte“ im Kunst Raum Riehen um die kleinen, jedoch unbeachteten „Wunder“ des Alltags handelt und um die Idee, diese wieder auferstehen zu lassen.

„Protoplast – Drei neue Produkte“ beschäftigt sich mit existentiellen Grenzerfahrungen. Hoffnungsvolle Objekte der Begierde sind drei Produkte: Staubsauger (Sphera+®), Fernbedienung (Universel®) und Stablampe (Energizer®). Schön präsentiert und in Szene gesetzt, warten sie auf die Wiederentdeckung ihrer wahren Bedeutung.

Kompakt verpackt in roter, durchsichtiger Hightech-Hülle, macht die Stablampe mit dem Wunder des Lichtes auf sich aufmerksam. Oft vergessen und unbeachtet dümpelt sie in den Schubladen und Werkzeugkisten von fast jedem Haushalt vor sich hin mit dem Bestreben gebraucht und erleuchtet zu werden. „Das kleine Wunder“ wie Philippe Cuny, einer der Gründer von Protoplast, sie nennt, wird auf einem Lichtkubus präsentiert, der in seiner Gesamtheit fast schon ein Kunstwerk für sich darstellt. Dazu werden Images von Licht-Grenzen auf großen Bildern in Szene gesetzt: Gesichter und Fragmente, beleuchtet und umrahmt durch den Spot der Lampe: fröhlich, traurig, hässlich, schön; gezeigt wird, was das Spotlight anstrahlt und somit eingrenzt.

Eine Grenzerfahrung der anderen Art darf von „Sphera+®“, dem Staubsauger, erwartet werden. Philippe Cuny beschreibt den Staubsauger als ein Symbol für Leben und Tod. „Der Staub wird, nachdem er durch das Rohr eingesaugt und eine Tunnelerfahrung gemacht hat, wieder zu einer festen Größe und kündet die Auferstehung des Fleisches, die Fleischwerdung, an.“

Ob in teurem Design-Gewand oder in alltagstauglicher Rüstung, die drei Alltagsprodukte setzen Maßstäbe auch in preislicher Hinsicht und kosten mehr als die vergleichbaren Kaufhausketten-Produkte. Die Protoplasten richten ihre Produkte jedoch bewusst nicht nach den Bedürfnissen eines Massenpublikums aus. Quantität soll durch Qualität ersetzt werden, was aber nicht ausschließen soll, dass das Kunstunternehmen „Protoplast“ bestrebt ist, Gewinne zu erzielen. Sämtliche Produkte der Protoplast-Warenwelt sind auch über die Internetseite www.protoplast.ch zu erhalten.

Insgesamt zählt die Produktpalette von „Protoplast“ 18 imaginäre Produkte, von denen einige, darunter die Papiertragetasche Light® und Kartons mit Logos von diversen Künstlern wie Picasso®, Matisse®, Tinguely®, Beuys® und Warhol®, im Kunst Raum Riehen präsent sind. Die Idee der imaginären Welten, das Verständnis von Marken und deren Zeichen, ist es, worum es den Protoplastikern geht – „die Aura soll die Botschaft sein“