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Kunst zwischen Sex und Fruchtfleisch
Category: press monitoring
By: Annelise Zwez
Bieler Tagblatt | Kultur
«Branding» heisst die Themenausstellung 2006 des Centre PasquArt Biel. 28 Positionen beweisen, dass das, was der Wirtschaft lieb, der Kunst billig ist: Label, Slogans, Markenzeichen. Heute ist Vernissage.
«Pom-0-Porn®» heisst das neueste Produkt von «Protoplast». Es lanciert den Apfel neu – zwischen Sex und Fruchtfleisch. Die aus drei Direktoren bestehende Basler Protoplast AG geschäftet als Kunstfirma für fiktive Produkte. Zusammen mit den neuerdings zur Holding expandierten «Ingold Airlines» und der als Aktiengesellschaft tätigen, aber nur im Internet greifbaren «etoy.com» bilden die drei das Kapitel «Firmenstrategien» der Ausstellung «Branding – das Kunstwerk zwischen Authentizität und Aura, Kritik und Kalkül», die heute im Centre PasquArt eröffnet wird. (…)
Methodisch ist die Ausstellung nach demselben Muster gestrickt wie die «Helden heute» vor einem halben Jahr. Dass das Museum mit seinem geringen Personalbestand schon wieder international auffährt, ist erstaunlich, zeugt vom fast schon beängstigenden Elan, mit dem die Crew ihre Aufgabe, das PasquArt national in Szene zu setzen, nachkommt. Die Ausstellung spiegelt aber auch eine junge Kuratoren-Generation, die nonchalant eigene Kenntnisse mit Internet-Surf-Ergebnissen ergänzt und ohne Berührungsängste mit Galerien hier und dort zusammenarbeitet.
«Branding» – dieses Modewort für die Positionierung von Produkten im Weltmarkt – ist in der Kunst eigentlich nichts Neues. Die Künstler-Handschrift ist seit eh und je ein Thema; zuweilen strategisch eingesetzt, vielfach durch die wiederkehrende Präsenz eines Werkes indirekt entstanden. Im Kapitel «Bildsprache» zeigt Dolores Denaro denn auch primär Vielgezeigtes wie die «Handschrift» Ben Vautiers, die LED-Schriftbänder von Jenny Holzer, die Flügelmuttern Bernhard Luginbühls oder die plakativen Zeichen von Olivier Mosset.

Firmenstrategien: Protoplast, Etoy, Ingold Airlines
Category: press monitoring
By: Dolores Denaro, Centre Pasquart Biel
Verlag für Moderne Kunst Nürnberg | 
Zweck: Unternehmen für Entwicklung, Herstellung und Vertrieb imaginärer Produkte. Definition: Unter imaginären Produkten versteht Protoplast Marken und deren Zeichen. Gründung: 1990 Mitarbeitende: 3 Produkte: 21 (Stand: 01.03.2006) CentrePasquArt: Lancierung und Präsentation von Pom-0-porn®, einer synthetischen Formel zur Erschliessung der Marktlücke von Sex mit Fruchtfleisch. In der Publikation: Pom-0-porn®, Grau®, Index® und Neu® | Internet: www.protoplast.ch
Pressestimmen: «Protoplast strebt eine Infiltrierung des Alltags mit imaginären Produkten an: Die Materialität der Produkte ist durch Substantialität zu ersetzen.» (Kunstforum International, 1994) «Die Naturwissenschaften lehren, dass die Welt der Materie in ihrem Kern eine Illusion ist. Genau diesen Umstand setzt Protoplast als Strategie ihres Unternehmens der Branche «Kunst» ein. Protoplast produziert «Verpackungen» für Vorstellungen, Denkfelder, Gefühle, Erinnerungen, Phantasien. Eigentlich das, was Kunst schon immer war. » (Annelise Zwez in: Neue Bildende Kunst – Zeitschrift für Kunst und Kritik, 1997)
«Indem Protoplast exzessiv und emphatisch die Wa(h)re Kunst in Form von Werbestrategien und -feldzügen definiert, entstehen imaginativ aufgeladene Angebote und neue Werte, die als Alternative zu Kunst- und Warenwelt funktionieren. Seit Beginn bewegt sich die Firma so im Spannungsfeld von Kritik und Faszination des Ökonomismus und folgt konsequent ihrem Leitbild, dem Alltag Sinn zu geben.» (Kunst Raum Riehen, Kiki Seiler-Michalitsi, 2004)
«Protoplast, so formuliert es Dr. Thomas Kellein, Direktor der Kunsthalle Basel, (…) erarbeitet Zeichen für Marketing, Werbung und Verkauf (…); das Unternehmen baut zwischen der Waren- und der Kunstwelt Beziehungen auf, zu denen neben der ästhetischen auch eine soziale gehört.» (Passagen, Pro Helvetia, 1995)
«Die von einem Dreier-Direktorium geführte Firma schafft mit einer oft provokativ umgesetzten Gleichschaltung von Werbung und Ware eine irritierende Einheit von Designästhetik und Ökonomie. Ihrer Zielsetzung entsprechend präsentiert Protoplast ihre Produkte nicht nur im Kunstkontext, sondern überall dort, wo der Markt um Anteile wirbt – in Schaufenstern, Auslagen, über Prospekte, Werbeveranstaltungen, Print-Medien, Radio, Fernsehen, Kino usw.» (Springerin, Hefte für Gegenwartskunst, 1996)

Design? Oder doch eher Kunst?
Category: press monitoring
By: lsh 28.12.04 | Age: 12 yrs
NZZ (Neue Zürcher Zeitung) | Feuilleton, Samstag/Sonntag, 11./12. Dezember 2004
lsh. ‚Wie diese Arbeit bewegen sich auch die übrigen, ganz unterschiedlichen Werke der Ausstellung auf der Schnittstelle beider Bereiche. Es sind gleichsam Kippfiguren, die ständig zwischen Kunst und Design changieren. Einmal wird mit der Vermischung, einmal mit den Berührungspunkten gespielt, wodurch oft witzige und unbeschwerte Arbeiten entstanden sind. So etwa die Studien von imaginären Automodellen, die Protoplast in Analogie zu den Skizzen von Porsche geschaffen hat, jedoch ad absurdum führt. Oder das Radio, das Ueli und Susi Berger völlig unkonventionell zusammengebaut haben: Kabel und Elektronenplatte sind zu sehen, die Batterie hängt seitlich raus, und überhaupt ist innen und aussen gar nicht mehr zu trennen. Das ganze Radio ist in seine Einzelteile aufgeblättert worden und wirkt wie eine dekonstruktivistische Plastik. Trotzdem funktioniert es einwandfrei und würde demzufolge zur Kategorie Design gehören. Wenn denn die Zuordnung so einfach wäre…‘
Design? Kunst? – Schnittstellen, Wechselwirkungen, Dialoge. Kunsthaus Langenthal. Bis 16. Januar 2005. Sonderdruck «Kunst und Design» von Hochparterre – Zeitschrift für Architektur und Design Fr. 14.-.

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